Schnelle Warnung bei Hochwasser
Vertreter aus Laatzens Partnerstadt Gubin informieren sich über Frühwarnsystem an der Leine
Vier Gäste aus Laatzens Partnerstadt Gubin haben sich am Freitag, 15. Juli über das neue System zur Hochwasservorhersage an der Leine informiert. Markus Anhalt, Leiter der Hochwasservorhersagezentrale, stellte den Besuchern im Rathaus das neue Frühwarnsystem des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) vor. Anschließend besuchte die befreundete Delegation die digitale Pegelanlage an der Leine in Koldingen.
Bürgermeister Klaus Hübner aus Guben wurde am Samstag, den 16. Juli, genauso unterrichtet und sah sich ebenfalls den Pegel Koldingen an.
Hochwasserverlauf bis zu 16 Stunden im Voraus
Das Hochwasservorhersagesystem des NLWKN ist seit 2011 im Gebiet der Aller, Leine und Oker an mehreren Stationen im Einsatz. Im Fünf-Minuten-Takt messen Fühler den Pegelstand der Leine. Im 15-Minuten-Abstand wird der Mittelwert der Messungen zusammen mit der Niederschlagsmenge, der Temperatur, der Luftfeuchte, der Globalstrahlung und der Windgeschwindigkeit in Echtzeit an die Zentrale übermittelt. Unter Berücksichtigung der Wettervorhersagen kann so der Hochwasserverlauf für bis zu 16 Stunden im Voraus sicher ermittelt werden. Von der Berechnung des Hochwassers bis zur öffentlichen Information vergehe etwa eine Stunde, so Kurt Bültemann vom NLWKN. Ab Herbst 2011 können sich Bürgerinnen und Bürger über die Internetseite www.hochwasserzentralen.de bundeslandübergreifend neben aktuelle auch über herannahende Hochwasser informieren.
Laatzen ist Vorbild für Guben und Gubin
„Die Verbesserungen im Bereich der Hochwasservorhersage helfen, Menschen und Material zielgenauer einzusetzen. Das schafft für die Kommunen nicht nur verlässliche Vorwarnzeiten, sondern spart ihnen auch Zeit und Kraft“, freut sich Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz, der nach dem Hochwasser von 2007 ein derartiges Frühwarnsystem forderte. Der Stadtverordnete Krzysztof Zdobylak hofft, in einigen Jahren ein ähnliches System an der Neiße einsetzen zu können. Allein im vergangenen Jahr sei die Stadt zweimal vom Hochwasser heimgesucht worden mit ei-nem Schaden von jeweils mehr als einer Million Euro. Auch Gubens Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner steht einem Frühwarnsystem aufgeschlossen gegenüber. Er folgte der Delegation am Samstag und bekam von seinem Amtskollegen Thomas Prinz eine nachträgliche Einführung in das Hochwasservorhersagesystem an der Leine.



