Grasdorf

Grasdorf wird erstmals in einer Urkunde Bischof Konrads II im Jahre 1236 erwähnt. Wie auch für Alt-Laatzen zu vermuten ist, dürfte Grasdorf im 10. Jahrhundert, also in ottonischer Zeit gegründet worden sein. Die Gründung steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Rodung des Astbrookes, eines zu jener Zeit ostwärtig gelegenen Urwaldes und der Besiedelung der gerodeten Flächen an und auf dem Kronsberg. Aus dieser Zeit stammt auch der Name Grafestorpe - Grafendorf -, was darauf schließen lässt, dass Grasdorf der Sitz eines Holz- und Rodungsgrafen war.

Als wichtigste Grundherren werden in den folgenden Jahrhunderten der Bischof von Hildesheim, die Grafen von Hallermund - deren Höfe von der Familie von Grafestorpe bewirtschaftet wurden - und dann als Oberlehnsherren die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg genannt. 1380 fällt auch der herzögliche Besitz unter die Oberherrschaft des Bischofs von Hildesheim. Als zwischen 1380 und 1450 die Rodungsdörfer Debberode und Edigerode aufgegeben wurden, dürfte ein Teil der Bewohner nach Grasdorf umgesiedelt sein. Mit diesem Bevölkerungszuwachs und der nunmehr beendeten Rodung war der Wachstumsprozess Grasdorfs für die nächsten Jahrhunderte abgeschlossen.

Das 16. und 17. Jahrhundert brachte mit der Hildesheimer Stiftsfehde und dem derißigjährigen Krieg viel Not und Elend auch über Grasdorf. Ende des 16. Jahrhunderts hatte Grasdorf etwa 60 Hofstellen, deren Zahl bis 1835 konstant blieb. Von 1664 bis 1862 stieg die Einwohnerzahl Grasdorfs von 305 auf 466. 1835 wurden nach dem "Rezess über die Teilung und Verkoppelung vor Grasdorf" Neuverteilungen der Ländereien sowie der bisher im Besitz der Gemeinde liegenden Waldungen und Wiesen vorgenommen, so dass sich die Lebensgrundlagen der bäuerlichen Bevölkerung verbesserten. Der bäuerliche Charakter Grasdorfs blieb bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten. Durch die Umorientierung der bis dahin auf die Landwirtschaft ausgerichteten Bevölkerung auf die Industrie der wachsenden Großstadt Hannover und die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verlor auch Grasdorf seinen rein bäuerlichen Charakter und wurde zu einer Industriearbeitersiedlung.

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