Laatzen im 20. Jahrhundert
Eine Zeitreise durch Laatzens Geschichte: 1800 bis 1970
„Eine dörfliche Struktur mit einigen Handwerksbetrieben“, so beschreibt Stefan Ackermann Laatzen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Student im fächerübergreifenden Bachelor-Studiengang Geschichte/ Philosophie hat Laatzens Weg vom Dorf zum Industriestandort untersucht. „Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Hannover – Kassel und des Bahnhofes siedelten sich zunehmend auch Industriebetriebe in Laatzen an wie die Ziegelei Grasdorf, die Konsum Gesellschaft oder die Zuckerfabrik Rethen“, so Ackermann. 1947 fand unter britischer Regie die erste Export-Messe auf dem Laatzener Messegelände stattfand. 700.000 Besucher und 1.300 Austeller waren vertreten. Laatzens Standortvorteile während dieser Zeit: Die Freiflächen, die Nähe zum Messegelände und die gute Verkehrsanbindung nach Hannover, waren sich Studierende und Besucher einig.
Nils Fischer, Promotionsstudent an der Universität Hannover, beleuchtet in seinem Vortrag Laatzens Entwicklung von der Gemeinde zur Stadt. Dieser Weg war geprägt von Anträgen, Rückstellungen und neuen Anträgen. So vergingen vier Jahre bis Laatzen am 21. Juni 1968 unter Stadtdirektor Erich Panitz das Stadtrecht erhielt.
Kim Hüsing, Studentin im Master-Studiengang Geschichte, erforschte die Geschichte der Juden in Gleidingen: Von den ersten Spuren im 18. Jahrhundert über den Bau der jüdischen Synagoge 1836/1837 bis hin zum jüdischen Friedhof, auf dem auch heute noch Beerdigungen stattfinden.
Die Ära Panitz: Jasmin Straßburger, Studentin im Master-Studiengang Geschichte, gab einen Einblick in das Leben und Schaffen von Laatzens Stadtgestalter Erich Panitz. Der Stadtdirektor und spätere Ehrenbürger Laatzens war maßgeblich an dem Bau des Agnes Karll-Krankenhauses, des Hallenbades und des Leine Centers beteiligt. Mit seiner knallharten Verhandlungspolitik und seinem Ehrgeiz hat er Laatzen als Mittelzentrum etabliert.
Wissenswertes über die jüngste Laatzener Geschichte
Der Ausbau der Stromversorgung, die Bildung von Ganztagsschulen, die EXPO 2000 und der Bau von Jugendzentren bestimmten die Agenda Laatzens in den vergangenen Jahren. Heute sieht Bürgermeister Thomas Prinz die Belebung Laatzen-Mittes als zentrale Aufgabe: „Unser Ziel ist es, einen sozialen und kulturellen Mittelpunkt in Laatzen-Mitte zu bilden und urbane Angebote zu schaffen, die derzeit noch vermisst werden.“
Laatzen und seine Ortsteile im 20. Jahrhundert – ein Seminar der Leibniz Universität Hannover
Die Arbeitsergebnisse sind Teil des Seminars „Laatzen und seine Ortsteile im 20. Jahrhundert. Einführung in die stadthistorische Forschung“ unter Leitung von Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer vom Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Am Beispiel Laatzens haben die Studierenden das Thema „ Suburbanisierung und Urbanisierung im 20. Jahrhundert“ untersucht. Bodo Gumboldt, Leiter des Laatzener Stadtarchivs, betreute die Studierenden bei ihrer Recherche und ist von der Zusammenarbeit begeistert: „Die Studierenden haben einen guten Rundumblick geliefert und dazu beigetragen, die Archivarbeit am Leben zu halten. Seit dem Projekt sehe ich Laatzen mit anderen Augen.“
Eine Dokumentation mit allen Arbeitsergebnissen gibt es unter: Laatzen und seine Ortsteile im 20. Jahrhundert
Laatzens Ortschaften im Überblick
Kontakt
Leibniz Universität Hannover
Historisches Seminar
Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer
Spätes Mittelalter, frühe Neuzeit, Regionalgeschichte
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