Oesselse
Oesselse wurde bereits im Jahre 1022 in der Stiftungsurkunde des Michaelisklosters zu Hildesheim erstmals urkundlich erwähnt und war einst Sitz eines alten Rittergeschlechts. Die eigentlich dominierende Rolle in diesen Jahrhunderten spielten aber die geistlichen Herren. Neben dem Michaeliskloster, dem der berühmte Bischof Bernward Güter in Oesselse schenkte, traten in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auch das Godehardikloster, das Bartholomäusstift, das Johannisstift, ein Domprobst und das Kreuzstift aus Hildesheim als Grundherren auf, deren Leibeigene die Oesselser Bauern waren.
Oesselse muss in dem Jahrhundert nach seiner ersturkundlichen Erwähnung einen bescheidenen Wohlstand entwickelt haben, welcher Raubritter zu Erpressungen und Raubzügen gegen die Oesselser verleitete. Wie wehrhaft aber auch die geistlichen Herren dieser Ortschaft waren, bezeugt ein Scharmützel aus dem Jahre 1319 in der Nähe von Oesselse, bei dem Bischof Otto mit seiner Gefolgschaft einen Ritterhaufen zusammenschlug. Die noch Lebenden wurden gefangengenommen und erst gegen ein Lösegeld wieder freigelassen. 1466 wurde die Nicolaikirche mit dem Westturm aus der Zeit des frühen 13. Jahrhunderts wieder errichtet, die dann im dreißigjährigen Krieg erneut zerstört und wieder aufgebaut wurde. 1836/37 musste die Kirche auf Grund ihrer Baufälligkeit abgerissen werden. Die danach entstandene Kirche mit ihrem noch aus dem Mittelalter stammenden Westturm ist noch heute Oesselses Wahrzeichen. Schon 1861 wurde eine neue Schule errichtet, in der 145 Kinder den Unterricht besuchten. Bereits im Jahre 1848 kam es zu einem ersten Schulverband zwischen Ingeln und Oesselse.
1933 hatte Oesselse 367 Einwohner, die sich auf 98 Haushalte verteilten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Bis heute hat sich der Ortsteil Oesselse, der gemeinsam mit dem benachbarten Ortsteil Ingeln eine Ortschaft der Stadt Laatzen bildet, seinen landwirtschaftlich geprägten Charakter erhalten. Ein modernes Siedlungsgebiet bietet die Möglichkeit des Wohnens im ländlichen Raum und rundet die dörfliche Struktur ab.

