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Rethen stadtgeschichtlich

[(c): Stadt Laatzen]

Der Name Rethen, in dem Reet - Ried - Schilfrohr und Hen - Heim enthalten sind, deutet darauf hin, dass die Bewohnerinnen und Bewohner zur Zeit der Entstehung des Namens - vermutlich in karolingischer oder ottonischer Zeit - am Unterlauf der Bruchriede in der Nähe der Leine gesiedelt haben. Urkundlich wird Rethen 1250 als Filialgemeinde von Gleidingen erwähnt.

Wie auch Gleidingen gehörte Rethen zum Bistum Hildesheim. Bereits aus dem Jahre 1448 ist eine Kapelle belegt. Aus der Überlieferung ist bekannt, dass sie im Dreißigjährigen Krieg als Verbandsplatz genutzt wurde. Im Jahre 1523 fiel das Amt Koldingen und damit auch Rethen an das Herzogtum Calenberg. Wie auch in Grasdorf wechselte der Lehnsherr in Rethen mehrmals. Die Einwohnenden lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft und waren noch bis 1847 der Domäne Koldingen zinspflichtig. Schon 1592 wurde in Rethen eine Schule eingerichtet. 1716 wurde der erste hauptamtliche Lehrer eingestellt.

Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Rethen etwa 100 Einwohnerinnen und Einwohner. In dieser Zeit brachte der Bau der Bahnlinie Hannover - Kassel, die am 30. April 1853 in Betrieb genommen wurde, einen deutlichen Aufschwung für den Ort. Dieser wurde fortgesetzt, als die Straßenbahnlinie von Hannover nach Hildesheim am 22. März 1899 erstmalig verkehrte. Durch dieses moderne Verkehrsmittel gefördert, kam es 1876 mit der Zuckerfabrik, 1899 durch die Überlandwerke für die Stromversorgung und 1902 durch das Kohlensäurewerk zu bedeutenden Industrieansiedlungen. Durch die verkehrsgünstige Lage, die Arbeitsplätze in den Industrie- und Gewerbebetrieben und die weitsichtige Bereitstellung von Bauland entwickelte sich Rethen  zu einer ansehnlichen Gemeinde, die 1939 schon 1.700 Einwohnende zählte. Wohnen, Handel und Gewerbe schufen eine gesunde Gemeindestruktur. Dies kamder neugebildeten Stadt Laatzen mit dem Zusammenschluss 1974  zugute.

Insbesondere der historische Ortskern zeugt von den alten dörflichen Strukturen Rethens.

Quellen:

- Ohainski, Uwe; Udolph, Jürgen (Hgg.), Die Ortsnamen des Landkreises Hannover und der Stadt Hannover (Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Bd. 37. Niedersächsisches Ortsnamenbuch, Teil 1), Bielefeld 1998, S. 375.

- Landkreis Hannover (Hg.), Wappenbuch des Landkreises Hannover, Hannover 1985, S. 220 f.

- Herwig, Jürgen, Zwischen Leine und Bockmerholz. Rethen (Leine) im geschichtlichen Überblick, Rethen 2000.

 

© Ilka Hanenkamp-Ley

Sören Lindner
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