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Leben in der Stadt zu Corona-Zeiten

Reisegruppe vor dem Rathaus in Grand QuevillyReisegruppe vor dem Rathaus in Grand Quevilly

Städtepartnerschaft leben - Bildungsreise für Laatzener Vereine in die Partnerstadt Le Grand Quevilly

In der Zeit vom 7. bis 11. Oktober fuhren 25 Personen aus Laatzen nach Frankreich, um die eigene Partnerstadt Le Grand Quevilly kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Teilnehmende waren der Laatzener Bürgermeister Jürgen Köhne, die Vorsitzende der AG Partnerschaften Petra Herrmann, beide Teilnehmende auf dem Podium, Katrin Förster, zuständig für die Städtepartnerschaften in der Laatzener Stadtverwaltung, eine Dolmetscherin, Vereinsvertreter Laatzener Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt Laatzen. Die Reiseleitung übernahm Jaqueline Sword, Mitarbeiterin der Leine-VHS.

Pünktlich um 7 Uhr startete die Reisegruppe Richtung Grand Quevilly. Die Zeit auf der Hinreise wurde genutzt, um sich besser kennenzulernen. Aber auch thematisch wurde der Einstieg gefunden. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „Geliebte Feinde: Die Deutschen und die Franzosen. Auf dem Weg nach Europa.“ Frau Sword berichtete zudem über einige aktuelle politische Themen in Frankreich im Allgemeinen und in der Region um Grand Quevilly im Besonderen. Nach zwölfstündiger Fahrt bezogen die Reisenden ihre Hotelzimmer und nahmen anschließend ein gemeinsames Abendessen im Hotel ein.

Am Dienstagvormittag, 8. Oktober, besichtigte die Reisegruppe einige ausgewählte Institutionen von Grand Quevilly und bekamen an jedem Standort eine Führung durch eine fachkundige Person. Besichtigt wurde die Kunsthalle, eine umgebaute ehemalige Scheune, in der heute 4-5 sehr unterschiedliche Kunstausstellungen pro Jahr gezeigt werden. In diese städtische Einrichtung werden explizit Kinder ab 2 Jahren sowie Senioren eingeladen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Anschließend lernten die Teilnehmenden das Theater Dullin kennen. Hier treten sehr bekannte Künstler aus Paris auf, aber auch unbekannte Talente aus der nahen Umgebung von Grand Quevilly. Gezeigt werden ca. 50 Vorstellungen pro Jahr plus viele zusätzliche Auftritte der ansässigen Musikschule, von Tanzgruppen und Schultheatern. Jede Schulklasse kann das Theater einmal pro Jahr kostenlos besuchen. Finanziert wird das Theater zu 80% aus Mitteln der Kommune und zu 20% mit Mitteln aus dem Departement. Da auch finanziell schwächere Familien im Einzugsgebiet wohnen, ist es ein erklärtes Ziel der Stadt, Kultur jeder Bürgerin und jedem Bürger zugänglich zu machen. Das Theater sieht sich als Schaufenster der Region und ist im Durchschnitt mit ca. 80-85% Besuchern gut ausgelastet.

Die nahegelegene Bibliothek der Stadt wurde vor 2 Jahren renoviert und heller, freundlicher und übersichtlicher gestaltet. Auf 2000 qm findet man Literatur und weitere Medien in barrierefreier Anordnung. 14 Mitarbeiter kümmern sich um den Sachbestand, die Ausleihe und alle weiteren Arbeiten.

Nächster Anlaufpunkt war das Haus der Vereine und Gruppen, in dem sich täglich mehrere Gruppierungen treffen. Das Haus ist in den öffentlichen Teil der Vereine sowie in den nicht öffentlichen medizinischen Teil aufgeteilt. Das Angebot der Vereine ist sehr breit gefächert und bietet u.a. Sprachkurse, gestalterische Kurse sowie Kurse im sportlichen Bereich.

Anschließend wurde der Rosengarten besichtigt. Die Arbeiten an diesem Projekt begannen 2007 und wurden 2009 beendet. Seitdem werden hier 6000 Rosen in 219 unterschiedliche Sorten gepflegt. Auch ein Laatzener Rosenstock ist hier beheimatet und eigens durch den damaligen Bürgermeister gepflanzt worden. Fünf Gärtner kümmern sich um sämtliche Belange.

Abschließend begutachteten die Teilnehmenden das ansässige Schwimmbad und die nahegelegene Ferienbetreuung für Kinder.

Um 11 Uhr empfing der Bürgermeister Marc Massion die Reisegruppe im Rathaus von Grand Quevilly. Gemeinsam mit einigen Ratsmitgliedern begrüßte er offiziell die Teilnehmenden und lud zum gemeinsamen Mittagessen ein. Am Nachmittag wurde die Stadtbesichtigung mit dem Bus fortgesetzt. Die Teilnehmenden bekamen Einblick in unterschiedlichen Wohngegenden und Gewerbegebiete der Stadt.

Am frühen Abend fand die Podiumsdiskussion mit dem Thema „Brexit, Frexit, Dexit – wie können wir die europäische Idee wiederbeleben?“ statt. Auf dem Podium saßen Jürgen Köhne, Bürgermeister von Laatzen, Marc Massion, Bürgermeister von Grand Quevilly, Petra Herrmann, Vorsitzende der AG Partnerschaften in Laatzen sowie Francine Thébault, Ratsabgeordnete zum Thema internationale Beziehungen in Grand Quevilly. Die Moderation übernahm der französische Journalist M. Salzmann, der auch Deutsch spricht. Weitere Übersetzungsleistungen wurden von der Dolmetscherin sowie von der Reiseleitung, die mehrsprachig ist, übernommen. M. Salzmann sorgte für gerechte Verteilung der Redebeiträge und bezog auch das Publikum geschickt ein. Das Publikum setzte sich aus den Reiseteilnehmern aus Laatzen sowie aus Abgeordneten und Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Grand Quevilly zusammen.

Anschließend kamen sämtliche Beteiligte bei einem kleinen Imbiss ins persönliche Gespräch. Der Abschluss des Abends fand für die Reisegruppe wie immer im Hotel mit einem gemeinsamen Abendessen statt.

Am Mittwoch, dem 9. Oktober startete die Reisegruppe mit einer Stadtführung im benachbarten Rouen. Rouen liegt zu Grand Quevilly ähnlich wie Hannover zu Laatzen. Neben der Kathedrale wurden die Altstadt und die historische Bedeutung einzelner Plätze kennengelernt. Nach der Mittagspause ging es weiter nach Jumiège, wo eine weitere Führung auf die Teilnehmenden wartete. Am Abend war die Gruppe erneut Gast im Rathaus der Stadt Grand Quevilly. Dort fand das „Match-Making“, das Treffen der Vereine statt. Die Laatzener Vereine trafen auf acht unterschiedliche Vereine aus Grand Quevilly. Die Vereine kamen mit Hilfe der Dolmetscher sehr gut ins Gespräch und konnten gemeinsame Interessen abgleichen. Kontaktdaten wurden ausgetauscht und Pläne für künftige Begegnungen geschmiedet. Nachbereitend zu dieser Veranstaltung findet im November ein Nachtreffen mit den Laatzener Vereinsmitgliedern im Rathaus der Stadt Laatzen statt. Hier wird detailliert über die entstandenen Kontakte und ggf. über die weitere Kommunikation unter den Vereinen berichtet werden.Den Mittwochabend beendet die Reisegruppe mit einem gemeinsamen Essen.

Am Donnerstag, den 10. Oktober besichtigt die Reisegruppe Honfleur und Deauville. Anschließend wird das Château de Breuil besichtigt. Es folgt das letzte gemeinsame Abendessen, bevor die Reisegruppe am nächsten Morgen die Rückfahrt nach Laatzen antritt. Die Zeit im Bus wird genutzt, um die gemeinsamen Erlebnisse Revue passieren zu lassen.

Die Erfahrungen wurden von jeder und jedem Einzelnen als durchweg positiv bezeichnet und eine Begeisterung für die eigene Partnerstadt stellte sich bei den Teilnehmenden ein. Die Vereinsmitglieder hoffen auf künftigen Kontakt zu ihrem Pendant. Man ist sich bewusst, dass dieses Arbeit bedeutet und Zeit in Anspruch nehmen wird. Der Mehrwert dieser Kontakte stehe jedoch im Vordergrund.

Gegen 21 Uhr traf die Reisegruppe wieder in Laatzen ein.