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EU-Fördermaßnahme "Bodenaushub und Entsorgung von belasteten Böden auf Festplatz Laatzen"

Panoramaansicht auf die ausgehobene Grube des Festplatzes [(c): Sven Gornik]

Die Stadt Laatzen führt derzeit eine Bodenmaßnahme auf dem ehemaligen Festplatz an der Erich-Panitz-Straße durch, die zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird.

Auf dem Festplatz wird die Siemens AG ein neues Bürogebäude errichten und ihren derzeitigen Betrieb vom Werner-von-Siemens-Platz 1 dorthin verlagern. Im Rahmen des Grundstücksverkaufes an die Siemens Real Estate hat sich die Stadt Laatzen verpflichtet, die bestehenden Altablagerungen auszuheben und zu entsorgen. Durch Aufnahme in das EU - Förderprogramm zur Sanierung von verschmutzten Flächen ("Brachflächenrecycling") ist die Stadt Laatzen in die Lage versetzt worden, den Bodenaushub und die Entsorgung von belasteten Böden auf Festplatz Laatzen durchzuführen.

Bestehende Altablagerungen

Bei den Bodenverunreinigungen handelt es sich nicht um Altlasten, durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.

Die vorgefundenen Altablagerungen stammen aus der Zeit der Urbanisierung von Laatzen-Mitte Ende der 60er-/ Anfang der 70er-Jahre, folglich enthalten die sandigen Auffüllungen Fremdbestandteile wie Bauschutt, Ziegelreste, Schlacke, Schotter, Kohle, Asphalt, Glas, Metall, Folie. Bodenuntersuchungen haben aufgezeigt, dass die Altablagerungen Schadstoffgehalte bis > Z 2 nach TR Boden erreichen. Bestimmend ist hier die Schadstoffgruppe PAK, wobei Schadstoffgruppen mit erhöhten Benzo(a)pyren-Konzentrationen im Oberboden (0 - 0,1 m; im Mittel 0,54 mg/kg) und im Sickerwasser zu finden sind. Im Grundwasserabstrom der Altablagerung wurden keine Prüfwertüberschreitungen festgestellt.

EU-Förderung der Sanierungsmaßnahmen

Die Stadt Laatzen beantragte am 30.09.2016 bei der Investitions- und Förderbank Niedersachsen/ NBank die Gewährung von Zuwendungen zur Sanierung von verschmutzten Flächen auf Grundlage der Förderrichtlinie Brachflächenrecycling. Mit Zuwendungsbescheid vom 21.04.2017 hat die NBank die Förderung bewilligt. An den Kosten von knapp einer Million Euro wird sich EU zu fast 50 % aus EFRE-Mitteln des Programmgebiets "Stärker entwickelte Region" (SER) beteiligen. Zudem wird das Land Niedersachsen 5 % aus Landesmitteln zur Verfügung stellen. 

Sanierungsmaßnahmen

Die geplanten umfangreichen Tiefbau- und Sanierungsmaßnahmen werden das Schadstoffpotenzial der Altablagerung wirkungsvoll mindern. Dadurch wird zum einen die Beeinträchtigung des Grundwasserleiters durch PAK-belastete Sickerwässer aus der Altablagerung deutlich reduziert und gleichzeitig der Wirkungspfad Boden-Mensch beseitigt.

Die Sanierungsmaßnahme führt die Stadt Laatzen im Zusammenhang mit der Baumaßnahme der Siemens Real Estate durch, die auf dem Grundstück ein Bürogebäude errichten wird. Dadurch kann die Sanierungsmaßnahme nicht in Einem durchgeführt werden,  sondern ist in drei Abschnitte geteilt.

Der Bodenaushub und die Entsorgung von belasteten Böden im Rahmen der Herstellung der Baugrube für das Siemens-Bürogebäude wurde in Abstimmung mit der Zentralen Unterstützungsstelle Abfall, Gentechnik und. Gerätesicherheit (ZUS AGG) des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim sowie der Bodenschutzbehörde der Region Hannover im Zeitraum vom 24.07.2017 bis 05.09.2018 von der GP Papenburg Baugesellschaft mbH durchgeführt. Danach fand noch der Transport und die Entsorgung von zwischengelagerten Haufwerken statt.

Nach Herstellung des Kellergeschosses durch die Siemens Real Estate wird die Verfüllung der Baugrube durch die Stadt Laatzen erfolgen. Für diese Teilmaßnahme ist ein Zeitraum von 6 bis 7 Wochen geplant.

Abschließend kann nach Freimachung der betreffenden Teilbereiche durch die Siemens Real Estate der Abtrag des 10 cm tiefen Oberbodens außerhalb der Baugrube und dessen Entsorgung durch die Stadt Laatzen veranlasst werden. Hierfür ist ein Zeitraum von einer Woche vorgesehen.

 

© Berthold Gruben E-Mail