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Leben in der Stadt zu Corona-Zeiten

Das Mastbruchholz

Das Mastbruchholz, das mit seiner Fläche von 20 ha heute nur noch 1/5 seiner früheren Waldfläche umfasst, ist das einzige noch verbliebene Waldstück in Laatzens Stadtgebiet. Es wird im Osten durch den Messeschnellweg, im Süden durch die Würzburger Straße und im Westen durch die Otto-Hahn-Straße und die Gutenbergstraße begrenzt. Im Norden verläuft die Grenze entlang der bebauten Flächen des „Laveshofs“ und reicht bis an die Parkplatzflächen des Hannoverschen Messegeländes heran.

Dieses kleine Waldrelikt ist der bis heute erhalten gebliebene Rest eines vorzeitlichen Urwaldes, der einst den ganzen Kronsberg bedeckte und nie ganz gerodet wurde. So hatte dieser Wald die Möglichkeit, sich immer wieder aus sich selbst heraus zu erneuern. Neben alten Buchen weisen insbesondere die noch zahlreichen Alteichen mit ihren weit ausladenden und tief angesetzten Kronen auf die ehemalige Nutzung als Hutewald hin. In den feuchteren Bereichen im nordöstlichen Teil prägen naturnahe Bestände aus Eschen und Erlen sowie eine artenreiche Flora, u.a. mit Beständen von Hohen Schlüsselblumen, Gelbem Eisenhut, Sumpfdotterblumen und dem Gefleckten Aronstab das Landschaftsbild.

Aber nicht nur die überaus reiche Pflanzenwelt ist für so einen kleinen, stadtnahen Wald erstaunlich, er bietet auch Unterschlupf für eine ebenso reiche Tierwelt. Er ist nicht nur ein beliebter Rückzugsort für die standorttreue Vogelwelt und unsere gefiederten Sommer- und Wintergäste, zu seinen Bewohnern zählen neben nachtaktiven Säugetieren auch Eichhörnchen, Hasen, Marder, Iltis, Igel und gelegentlich Fuchs und Rehwild. Auch nahezu alle Schneckenarten Niedersachsens sind hier vertreten und eine üppige Vielfalt an Insekten, Käfern und Spinnen finden hier Unterschlupf und Nahrung.

Dieser geschützte und erhaltenswerte Restwald im östlichen Bereich von Laatzen ist nur wenige hundert Meter von Laatzens Zentrum entfernt und bildet inmitten eines dicht bebauten Siedlungsgebiets eine in weiten Teilen der Natur überlassene Insel. Sein positiver Einfluss auf das Kleinklima in Laatzen ist ebenso unbestritten wie seine Funktion als Schutzwall gegen die von der nahen Bundesstraße 6 ausgehenden Emissionen.

Das Mastbruchholz ist ein naturnaher Wald und kein städtischer Park. Die Bestimmungen des Niedersächsischen Waldgesetzes finden also auch hier ihre Anwendung. Auch als Landschaftsschutz- und Wildschongebiet unterliegt das Mastbruchholz besonderen Anforderungen an den Naturschutz, die mit den Interessen der ruhigen Naherholung, die hier ausdrücklich erwünscht ist, in Einklang zu bringen sind. Wir bitten und erwarten, dass diese Bestimmungen von den Besuchern respektiert werden.

Naturnahe Wälder werden nicht forstwirtschaftlich genutzt. Auch entlang der Wege werden kranke und abgestorbene Bäume nicht gefällt oder entnommen. Alle Pflanzen und Tiere, und nicht nur die geschützten Arten, sollen sich hier möglichst ungestört von menschlichen Einflüssen entwickeln können. Das Mastbruchholz sollte daher nur über die gekennzeichneten Zugänge betreten und die vorhandenen Wege nicht verlassen werden.