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Die Zeitkapsel im Grundstein des Erich Kästner-Schulzentrums

Am 4. Oktober 1977 wurde der Grundstein für „das größte Bauprojekt der Stadt Laatzen“ gelegt – so titelte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ am 6. Oktober 1977. Und das zweite Schulzentrum der Stadt Laatzen war wahrlich ein gewaltiges Projekt: Insgesamt waren 40,5 Millionen D-Mark von der Stadt Laatzen und dem Landkreis Hannover aufzubringen, ergänzt um Zuwendungen des Landes. Für den ersten mit der Grundsteinlegung begonnenen Bauabschnitt waren 10,2 Millionen Mark kalkuliert. In knapp zwei Jahren Bauzeit sollten auf einer Fläche von insgesamt rund 85.820 Quadratmetern Unterrichts- und Gemeinschaftsräume sowie Freizeitbereiche gebaut werden. Hinzu kam eine Sporthalle und Sportfreianlagen. Für einen späteren Bauabschnitt waren Unterrichtsräume der Orientierungsstufe geplant. Ab dem Schuljahr 1978/1979 sollten im „Schulzentrum Marktstraße“, das wir heute als „Erich Kästner-Schulzentrum“ kennen, 1260 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden können.

Das neue Schulzentrum sollte durch seine exponierte Lage im neuen Stadtmittelpunkt in Laatzen-Mitte die bereits bestehenden kulturellen, kirchlichen und öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen ergänzen. Entsprechend wurde die Grundsteinlegung für den ersten Bauabschnitt von Bürgermeister Kurt Grobe (SPD) im Beisein von Landrat Jürgen Bauermeister (SPD) und zahlreichen Vertretern des Landkreises, der Kommunalverwaltung, der Schule und des öffentlichen Lebens zelebriert. Bürgermeister Grobe führte in seiner Ansprache aus, dass mit dem „Schulzentrum Marktstraße“ die Voraussetzungen geschaffen werden, neben dem kooperativen Bereich künftig auch die Schulsysteme in ihrer ursprünglichen Form wie Haupt-, Realschule und Gymnasium anbieten zu können. Jürgen Bauermeister, Landrat des Kreises Hannover, betonte, dass die Grundsteinlegung nicht nur für die Stadt Laatzen, sondern auch für den Landkreis Hannover ein bemerkenswertes Ereignis sei.

Anschließend mauerten beide eine Zeitkapsel in den Grundstein. Und an dieser Stelle kommen wir zu einem Archivale des Monats der etwas anderen Art. Denn bei den aktuell laufenden Arbeiten für den Neubau des Erich Kästner-Schulzentrums wurde die Zeitkapsel aus dem Jahr 1977 gefunden. Zu verdanken ist dies Holger Thiel, Teamleiter für Schulen bei der Stadt Laatzen. Er vermutete die Zeitkapsel hinter einem Stein mit der Gravur „1977“, der im Haupteingangsbereich des Altbaus des Erich Kästner-Schulzentrums in die Mauer eingelassen wurde. Und tatsächlich: die Zeitkapsel wurde von einer Baufirma hinter dem Stein gefunden und vor dem Abriss des alten A-Trakts sichergestellt. Am 28.01.2022 wurde sie durch Bürgermeister Kai Eggert, Enkel des früheren Bürgermeisters Kurt Grobe, geöffnet.

Der größte und beeindruckendste Gegenstand war eine mit Siegeln versehene und auf hochwertiges Papier gedruckte Urkunde, die anlässlich der Grundsteinlegung am 4. Oktober 1977 ausgestellt wurde. Zudem fand Bürgermeister Kai Eggert in der Zeitkapsel die Zeitungen „Hannoversche Allgemeine Zeitung“, „Neue Hannoversche Presse“, „Landkreis-Zeitung“ und „Sarstedter Kurier“, das Amtliche Mitteilungsblatt „Unsere Stadt“ sowie die Schulentwicklungsplanung Laatzens. Außerdem waren die damals gültigen DM-Münzen der Bundesrepublik Deutschland sowie eine Visitenkarte des noch heute bestehenden Fachbetriebes für Sanitär und Heizung „Borchers“ beigefügt. Der Inhalt der Zeitkapsel wurde für das Stadtarchiv fotografiert und die Zeitkapsel anschließend wieder verschlossen, um sie an anderer Stelle im Altbestand des Erich Kästner-Schulzentrums wieder einzumauern.

Die Bauarbeiten am Schulzentrum gehen indes weiter: So wie der Bau des „Schulzentrums Marktstraße“ Ende der 1970er Jahre das größte Bauprojekt der Stadt Laatzen war, so ist auch heute der Neubau des „Erich Kästner-Schulzentrums“ das derzeit größte Bauvorhaben der Stadt. Im Dezember 2021 konnten die Schülerinnen und Schüler der Oberschule ihr neues Domizil beziehen. Der Neubau war als erster von drei Bauabschnitten des Schulzentrums fertig. Als zweiter Bauabschnitt soll der Gymnasialtrakt realisiert und im Frühjahr 2023 bezogen werden. Der dritte Bauabschnitt verbindet die beiden Gebäudeteile und soll Anfang 2024 fertiggestellt werden.

 

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