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Leben in der Stadt zu Corona-Zeiten

Panoramaansicht auf die ausgehobene Grube des FestplatzesPanoramaansicht auf die ausgehobene Grube des Festplatzes

EU-Fördermaßnahme "Bodenaushub und Entsorgung von belasteten Böden auf Festplatz Laatzen"

Die Stadt Laatzen führte zwischen 2017 und 2019 eine Bodenrecyclingmaßnahme auf dem neuen Standort der Siemens AG in der Werner-von-Siemens-Straße 1, dem ehemaligen Festplatz an der Erich-Panitz-Straße, durch. Die Maßnahme wurde zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Inzwischen steht auf dem sanierten Areal das neue Bürogebäude der Siemens AG.

Als damalige Grundstückseigentümerin war die Stadt Laatzen verpflichtet, die bestehenden Altablagerungen auszuheben und zu entsorgen. Die Aufnahme in das EU - Förderprogramm zur Sanierung von verschmutzten Flächen ("Brachflächenrecycling") ermöglichte der Stadt Laatzen, den erforderlichen Bodenaushub, die anschließende Entsorgung von belasteten Böden und die Auffüllung mit geeigneten, sauberen Böden zu finanzieren.

Altablagerungen

Bei den Bodenverunreinigungen handelte es sich nicht um sanierungspflichtige Altlasten aufgrund von akuten Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit. Die vorgefundenen Altablagerungen stammten aus der Zeit der Urbanisierung von Laatzen-Mitte Ende der 60er-/ Anfang der 70er-Jahre, die sandige Auffüllungen Fremdbestandteile wie Bauschutt, Ziegelreste, Schlacke, Schotter, Kohle, Asphalt, Glas, Metall, Folie enthielten. Bodenuntersuchungen zeigten auf, dass die Altablagerungen Schadstoffgehalte bis > Z 2 nach TR Boden erreichten. Bestimmend war die Schadstoffgruppe PAK, wobei Schadstoffgruppen mit erhöhten Benzo(a)pyren-Konzentrationen im Oberboden (0 - 0,1 m; im Mittel 0,54 mg/kg) und im Sickerwasser zu finden waren. Im Grundwasserabstrom der Altablagerung wurden keine Prüfwertüberschreitungen festgestellt.

EU-Förderung der Sanierungsmaßnahmen

Die Stadt Laatzen beantragte am 30.09.2016 bei der Investitions- und Förderbank Niedersachsen/ NBank die Gewährung von Zuwendungen zur Sanierung von verschmutzten Flächen auf Grundlage der Förderrichtlinie Brachflächenrecycling. Mit Zuwendungsbescheid vom 21.04.2017 wurde von der NBank die Förderung bewilligt. An den Kosten von knapp einer Million Euro hatte sich die EU zu fast 50 % aus EFRE-Mitteln des Programmgebiets "Stärker entwickelte Region" (SER) beteiligt. Zudem wurde vom Land Niedersachsen 5 % aus Landesmitteln zur Verfügung stellen. 

Sanierungsmaßnahmen

Die umfangreichen Tiefbau- und Sanierungsmaßnahmen haben das Schadstoffpotenzial der Altablagerung wirkungsvoll gemindert. Beeinträchtigungen des Grundwasserleiters durch PAK-belastete Sickerwässer aus der Altablagerung wurden deutlich reduziert, sodass der Wirkungspfad Boden-Mensch beseitigt werden konnte.

Die Sanierungsmaßnahme der Stadt Laatzen fand gleichzeitig mit der Baumaßnahme der Siemens Real Estate statt. Dadurch konnte die Sanierungsmaßnahme nicht in Einem erfolgen, sondern in drei zeitlich getrennten Abschnitten.

Der Bodenaushub, die Entsorgung der belasteten Böden sowie die abschließende Auffüllung mit sauberen Böden wurde in Abstimmung mit der Zentralen Unterstützungsstelle Abfall, Gentechnik und Gerätesicherheit (ZUS AGG) des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim sowie der Bodenschutzbehörde der Region Hannover im Zeitraum vom 20.07.2017 bis 05.12.2019 von der GP Papenburg Baugesellschaft mbH ausgeführt.