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Außenaufnahme eines weiß verputzten Gebäudes mit einem Schild der Leine-VHS

Leine-Volkshochschule Laatzen gGmbH stellt Insolvenzantrag

Stadt Laatzen informiert über ihr Tochterunternehmen

Die Leine-Volkshochschule Laatzen gGmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Laatzen, hat heute, 18. Juni 2026, beim Amtsgericht Hannover einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Ausschlaggebend war der Beschluss des Rates der Stadt Laatzen vom 28. Mai 2026, der Leine-VHS keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen; hierzu wird auch auf die Pressemitteilung vom 04. Juni 2026 verwiesen. Dadurch konnte die Finanzierung des laufenden Betriebs nicht mehr sichergestellt werden. Um einer drohenden Zahlungsunfähigkeit zu begegnen und die gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen, hat die Geschäftsführung nun den Insolvenzantrag gestellt.

Bastian Wegener, Geschäftsführer der Leine-Volkshochschule Laatzen gGmbH, erklärt: „Die Antragstellung war ein sehr schwerer Schritt, insbesondere auch vor dem Hintergrund der wechselhaften Geschichte unserer Leine VHS. In den vergangenen Monaten haben wir intensiv daran gearbeitet, die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren, was uns nicht gelungen ist. Mir ist bewusst, dass diese Nachricht über den Insolvenzanmeldung bei unseren Mitarbeitenden, Dozentinnen und Dozenten sowie Kursteilnehmenden große Verunsicherung auslöst. Gemeinsam mit dem noch durch das Amtsgericht Hannover zu bestimmenden vorläufigen Insolvenzverwalter werden wir nun alles daransetzen, den weiteren Prozess so geordnet wie möglich abzuwickeln.“

Unmittelbar nach dem offiziellen rechtlichen Schritt informierte Geschäftsführer Bastian Wegener die Mitarbeitenden sowie die Dozentinnen und Dozenten der Leine Volkshochschule über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte im Verfahren.

Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Kai Eggert betont: „Der Insolvenzantrag der Leine-VHS erfüllt mich mit großem Bedauern. In den vergangenen fünf Jahren haben die kommunalen Gesellschafter, die politischen Gremien, die Geschäftsführung und die Mitarbeitenden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Volkshochschule wirtschaftlich zu stabilisieren und dauerhaft zu erhalten. Diese Bemühungen waren mit einem hohen zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand verbunden. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser gemeinsame Kraftakt langfristig erfolgreich gewesen wäre. Zugleich tragen wir Verantwortung für eine nachhaltige und generationengerechte Haushaltsführung. Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung, keine weiteren finanziellen Verpflichtungen zulasten des städtischen Haushalts einzugehen, konsequent und notwendig. Mein Dank gilt allen, die sich in den vergangenen Jahren mit großem Engagement für den Fortbestand der Leine-VHS eingesetzt haben.“

Wie geht es weiter?

Es ist damit zu rechnen, dass das Amtsgericht Hannover kurzfristig über den Insolvenzantrag entscheiden und einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen wird. Mit seiner Bestellung werden die weiteren Schritte im Verfahren geklärt und die bestehenden Möglichkeiten zur Fortführung des Geschäftsbetriebs geprüft werden. Bis zur Entscheidung darüber, wie es für die Leine-Volkshochschule weitergeht, wurden Kurse, für die bislang noch keine Anmeldungen vorlagen, aus dem Buchungssystem entfernt.

Unmittelbar bevorstehende Prüfungen sollen nach Möglichkeit durchgeführt oder an eine andere Einrichtung übertragen werden, wenn diese nicht mehr durchführbar sind. Ob und in welcher Form dies erfolgen kann, wird gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter geprüft werden

Zukunft der Erwachsenenbildung in Laatzen

Der Rat bekennt sich zu einer verlässlichen, rechtssicheren und für alle offenen Erwachsenenbildung als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Künftig soll das Angebot stärker an den Vorgaben des Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz (NEGB) ausgerichtet und weniger abhängig von unsicheren Drittmitteln gestaltet werden. Eine Arbeitsgruppe Erwachsenenbildung, in der Verwaltung, Politik sowie relevante Bildungs-, Kultur und Sozialakteure zusammenarbeiten werden, wird eine tragfähige Lösung erarbeiten.

Abberufung von Daniel Diedrich als Geschäftsführer

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat am 16. Juni 2026 die Abberufung des bisherigen weiteren Geschäftsführers Daniel Diedrich beschlossen.