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Ratsmitglieder heben zur Abstimmung die Hände

Rat beschließt Laatzens Haushalt für 2027

Wichtigste Änderungen: Investitionen in den Bildungscampus, geringere Steuereinnahmen, höhere Zuweisungen vom Land

Trotz sinkender Steuereinnahmen verbessert sich das geplante Jahresergebnis leicht: Der Rat der Stadt Laatzen hat am Donnerstag, 8. Oktober 2026, den städtischen Haushalt für 2027 mehrheitlich beschlossen. Gegenüber dem im Mai von Bürgermeister Kai Eggert eingebrachten Haushaltsplanentwurf hat die Verwaltung zahlreiche Ansätze aktualisiert, neue Vorhaben sowie einen Antrag aus der Politik aufgenommen. Das geplante Jahresergebnis verbessert sich insgesamt um rund 383.000 Euro auf ein Defizit von 37,45 Millionen Euro. Im Mai war die Stadt noch von einem Fehlbetrag von 37,83 Millionen Euro im Ergebnishaushalt ausgegangen.

Hinter dieser vergleichsweisen kleinen Veränderung stehen erhebliche Verschiebungen: Niedrigere Gewerbesteuereinnahmen, geringere Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer sowie gestiegene Personal- und Reinigungskosten belasten den Haushalt. Höhere Schlüsselzuweisungen, zusätzliche Fördermittel für Kindertagesstätten sowie niedrigere Zinsaufwendungen gleichen diese Belastungen 2027 mehr als aus. Deutlich stärker verändert sich die Investitionsplanung durch die Berücksichtigung des Bildungscampus im Haushaltsplan.

Bildungscampus prägt langfristig die Investitionen

Die größte neue Investitionsentscheidung, die der Rat in seiner Sitzung am 3. September 2026 gefasst hat, betrifft die Planung und Umsetzung der Baumaßnahme Bildungscampus.

Für 2027 bedeutet dies: 4.574.000 Euro für Raummodule am Standort Erich Kästner-Schulzentrum im Haushalt aufzustellen. Damit das vorgesehene Baufeld für die neue Grundschule frei wird, muss der derzeit dort stehende doppelstöckige Containerblock der Grundschule Pestalozzistraße versetzt werden. Dafür werden zusätzlich 426.000 Euro im Ergebnishaushalt bereitgestellt.

Für die Umsetzung der in Phase 1 des Abschlussberichts zum Bildungscampus genannten Baumaßnahmen sind in 2027 weitere 5,5 Millionen Euro sowie in den Folgejahren bis einschließlich 2032 46,7 Millionen Euro als Verpflichtungsermächtigung eingeplant.

Sinkende Gewerbesteuereinnahmen und steigende Schlüsselzuweisungen vom Land

Nach der aktuellen städtischen Schätzung nimmt Laatzen 2027 rund 3,3 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer ein als im Haushaltsplanentwurf vom Mai angenommen. Auch die erwarteten Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer verringern sich um 340.000 Euro. Weil die Steuerkraft der Stadt dadurch sinkt, rechnet die Verwaltung zugleich mit rund 2,06 Millionen Euro höheren Schlüsselzuweisungen des Landes. Die Regionsumlage fällt voraussichtlich um 740.000 Euro niedriger aus. Hinzu kommt eine Entlastung von 250.000 Euro bei der Gewerbesteuerumlage.

Aufwendungen für Zinsen reduzieren sich um rund 1,6 Millionen Euro

Bei den Zinsaufwendungen ergeben sich 2027 ebenfalls Entlastungen. Weil mehrere bereits geplante Investitionen später umgesetzt und entsprechend später über Kredite finanziert werden, sinken die Zinsaufwendungen für Investitionskredite zunächst um 957.000 Euro. Weitere 653.000 Euro spart die Stadt bei den Zinsen für Liquiditätskredite.

Höhere Kosten für Gebäudeunterhaltung

Auch der Betrieb und die Unterhaltung der städtischen Gebäude werden teurer. Insgesamt sind dafür rund 506.000 Euro zusätzlich eingeplant. Davon entfallen 350.000 Euro auf die Gebäudereinigung durch externe Dienstleister, insbesondere aufgrund höherer Personal-, Material- und Energiekosten sowie des Ganztagsbetriebs an den Grundschulen. Weitere 136.000 Euro sind für Bauunterhaltung und Wartung vorgesehen. Hinzu kommen 20.000 Euro für Gebäude- und Inhaltsversicherungen.

Weitere finanzielle Entlastungen für Kindertagesstätten und soziale Aufgaben

Im Bereich der Kindertagesbetreuung ergibt sich eine finanzielle Verbesserung: Nach der neuen niedersächsischen Förderverordnung für die Kindertagesbetreuung und der Neugestaltung der Finanzhilfe wird die Stadt jährlich um rund 1,02 Millionen Euro mehr als im Mai angenommen entlastet.

Durch das abgeschlossene Vergabeverfahren für den Betrieb der Gemeinschaftsunterkunft in Rethen sinken die ursprünglich veranschlagten Aufwendungen 2027 um rund 605.000 Euro.

Von der Politik initiiert: Vandalismusprävention auf Schulhöfen

Auf Antrag der Gruppe SPD – BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sollen am Erich Kästner-Schulzentrum und an der Albert-Einstein-Schule datenschutzkonforme Systeme zur Vermeidung von Vandalismus eingerichtet werden. Dafür sind einmalige Investitionen von 71.000 Euro sowie jährlich 27.000 Euro für den Betrieb vorgesehen.

Alle Anpassungen, die seit Mai 2026 am Haushaltsplan für 2027 vorgenommen wurden, können interessierte Einwohnerinnen und Einwohner in der Drucksache 2026/200/55 im Bürgerinformationsportal nachlesen.

Haushaltssicherungskonzept weiter notwendig

Aufgrund des Defizites ist für 2027 wie in den Jahren zuvor ein Haushaltssicherungskonzept notwendig. Nach dem Ratsbeschluss stellt die Stadtverwaltung den Haushaltsplan zusammen und wird diesen der Region Hannover als Kommunalaufsicht zur Genehmigung vorlegen.