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Kinder mit Schulranzen gehen durch eine gläserne Schiebetür.

Grundschul-Neubau in Ingeln-Oesselse eröffnet

Unterricht startet zum Schuljahresbeginn 2026/2027 – Einrichtung erfolgt während der Sommerferien

Breite Flure, helle Unterrichtsräume, ein Farbkonzept aus Grün und Blau und rund 3.500 Quadratmeter Nutzfläche: Die Stadt Laatzen hat am Dienstag, 30. Juni 2026, den Neubau der Grundschule Ingeln-Oesselse an der Lessingstraße eröffnet. Das Gebäude ist baulich fertiggestellt. Die Einrichtung erfolgt in den Sommerferien, damit der Unterricht zum Schuljahresbeginn 2026/2027 in den neuen Räumen starten kann.

Zur feierlichen Eröffnung kamen Schülerinnen und Schüler, das Kollegium, Mitglieder der politischen Gremien, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung sowie die an Planung und Bau beteiligten Unternehmen zusammen. Etwas weniger als drei Jahre nach dem Baubeginn im Oktober 2023 ist damit ein wichtiger Schritt für den Schulstandort Ingeln-Oesselse erreicht.

Bürgermeister Kai Eggert betonte zum Abschluss des Bauprojektes: „Ein Schulbau dieser Größenordnung bringt immer Aufgaben mit sich, die man nur gemeinsam lösen kann. Auch bei diesem Projekt gab es die eine oder andere Herausforderung. Umso mehr freut es uns als Stadtverwaltung, dass wir heute wieder eine moderne Schule in Laatzen eröffnen können. Mein Dank gilt allen, die geplant, gebaut, organisiert, begleitet und unterstützt haben. Besonders würdigen möchte ich die Geduld der gesamten Schulgemeinschaft, die in den vergangenen Jahren viel mitgetragen hat.“ Auch für die Schülerinnen und Schüler hatte Eggert eine wichtige Botschaft dabei: „Danke, dass ihr so lange durchgehalten habt. Jetzt gehört dieses Gebäude euch. In den Sommerferien richten wir eure neue Schule weiter ein, damit ihr nach den Ferien gut starten, hier lernen, spielen, lachen und euch wohlfühlen könnt. Ich wünsche euch eine richtig schöne Schulzeit in eurer neuen Grundschule.“

Schulleiter Tobias Ahlswehde erklärte, dass für Schulgemeinschaft, eine neue Zeitrechnung des miteinander Lernens beginne. „Der Altbau war für viele Menschen mit Erinnerungen an die eigene vergangene Schulzeit verbunden. Die derzeitigen Klassen kennen fast ausschließlich ein Schulleben im Container. Mit dem Bezug der neuen Schule wird wiederum der Beginn völlig neuer Lernmöglichkeiten markiert, die den gesamten Ort weit in die Zukunft prägen werden.“ Außerdem sei er stolz darauf, was die Schulgemeinschaft in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Stadt, der Baufirma Kümper + Schwarze, dem Kollegium, den Kindern sowie den Eltern auf den Weg gebracht habe.

Moderne Lernräume für Unterricht, Ganztag und Begegnung

Ein Schulgebäude sei kein stummer Raum, sondern ein leiser Pädagoge, so der Architekt Georgios Stavropoulos vom Planungsbüro Projektservice Planen und Bauen GmbH, der maßgeblich an der Entwurfsplanung beteiligt war. „Wo Licht, Weite und Struktur den Raum formen, entfalten sich auch der Geist und das Miteinander der Lernenden.“ Wichtig war ihm auch das Verständnis von Schulbauten an sich: „Schulen für das nächste Jahrhundert dürfen keine Lernfabriken mehr sein. Sie müssen als lebendige Dörfer gebaut werden, die Kollaboration atmen und Demokratie erlebbar machen.“

Das zweigeschossige Gebäude bietet Platz für acht allgemeine Unterrichtsräume, fünf Differenzierungsräume sowie Fachräume für Musik, Werken, Natur und Technik. Hinzu kommen eine Mensa, eine Lehrküche mit vier Kochinseln, Räume für den Ganztag, Verwaltung, Lehrkräfte, Sozialarbeit und Ergotherapie.

Ein Farbkonzept unterstützt die Orientierung im Gebäude und sorgt zugleich für eine freundliche Lernatmosphäre. Das Erdgeschoss ist von grünen Akzenten geprägt, im Obergeschoss setzt Blau den gestalterischen Schwerpunkt. Durch integrierte Innenfenster werden die Flure in die Lernumgebung einbezogen und eröffnen Einblicke in die Klassenräume. „Die Transparenz der innenliegenden Räume ist beeindruckend. Viele verglaste Wandöffnungen demonstrieren, dass wir uns sehen und begegnen möchten. Die Schularbeit der Kinder wird viel mehr selbstgelenkt stattfinden können, bei gleichzeitig hervorragender Beaufsichtigung,“ erläutert Ahlswehde.

Auch die Barrierefreiheit wurde bei der Planung berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Hinweisschilder an den Handläufen, ein tastbarer Raumplan, ein Aufzug und ein Raum zum Laden elektrischer Rollstühle.

Die allgemeinen Unterrichtsräume sind für jeweils 26 Kinder ausgelegt. Die Stadt Laatzen stattet sie mit 208 Stühlen für allgemeine Unterrichtsräume und 32 Stühlen für Differenzierungsräume aus, die eine einheitliche Sitzhöhe haben und über individuell verstellbare Fußrasten verfügen. So können Kinder die Fußrasten an ihre Körpergröße anpassen, während die Stühle im Raum auf einer einheitlichen Höhe bleiben. Den Impuls für diese Lösung gab Schulleiter Tobias Ahlswehde. Sie ist in diesem Umfang im Stadtgebiet bislang einzigartig.

Die Lehrkräfte erhalten manuell höhenverstellbare Schreibtische. Jeder Unterrichtsraum wird mit einer digitalen Tafel ausgestattet. Im Musikraum und im Werkraum kommen Whiteboards zum Einsatz. Für Unterrichtsräume und Ergotherapie sind zudem Polsterhocker in Hellblau und Hellgrün vorgesehen, etwa für Stuhlkreise. Klassenzimmer erhalten außerdem Polsterregale, die Sitzmöglichkeiten und Stauraum verbinden. Schulranzenregale schaffen zusätzlichen Platz für Materialien.

Die Mensa liegt im Erdgeschoss und bietet Platz für bis zu 60 Kinder gleichzeitig. Für die Verpflegung sorgt der Caterer apetito, der das sogenannte „Cook-and-Chill-Verfahren“ verwendet. Dabei werden Speisen in einer Großküche zubereitet, nach dem Kochen schockgekühlt, durchgehend gekühlt gelagert und ausgeliefert. In der Schulküche werden die Gerichte anschließend erwärmt. Da die Stadt Laatzen die hierfür notwendigen Geräte wie etwa die Konvektomaten selbst angeschafft hat und nicht über den Caterer anmietet, kann sie den Familien ein Menü für 3,63 Euro anbieten.

Für den offenen Ganztag richtet die Schule mehrere eigene Räume ein: unter anderem für Schauspiel und Verkleiden, für das Bauen mit LEGO, für Tanzangebote mit Spiegelwand sowie einen Gruppenraum, in dem etwa Gesellschaftsspiele gespielt werden können. Der Freizeitraum wird mit einer Hängehöhle, einem Airhockey-Tisch, einem altersgerechten Boxsack und Leichtturnmatten ausgestattet. Der Ergotherapie-Raum bekommt einen Hängesessel und Polsterhocker. Den Sanitätsraum neben dem Sekretariat stattet die Stadt mit einer Liege aus.

Auch die Außenanlage ist auf Bewegung, Spiel und Aufenthalt ausgerichtet. Ein Ballkorb, ein kleiner Fußballplatz, Klettermöglichkeiten über ineinander verschränkte Baumstämme, ein Sitzbereich aus Holz, eine Holzschaukel mit einem Seil, auf dem mehrere Kinder Platz haben, ein Kickertisch und eine Tischtennisplatte laden die Kinder zum Toben ein.

Am Eröffnungstag zeigte die Schule noch nicht ihre endgültige Einrichtung. In den kommenden Wochen steht daher die Möblierung im Mittelpunkt. Beim Aufbau priorisiert die Stadt zunächst den Schulbetrieb, anschließend folgt die Ausstattung für den Ganztag. So wächst die neue Grundschule während der Sommerferien Schritt für Schritt in ihren künftigen Alltag hinein.

Der neue Schulbau soll den Schulstandort Ingeln-Oesselse über Jahrzehnte zukunftssicher machen. Offene Lernformen und Selbstlernelemente erhalten mehr Raum. Innenfenster und bewusst gestaltete Begegnungsflächen unterstützen eine selbstgelenkte Schularbeit der Kinder und zugleich eine gute Aufsicht.

Für Planung, Bau und Einrichtung sieht die Stadt Laatzen rund 16,07 Millionen Euro im Haushalt vor.