Gedenken an die Pogromnacht

Stadt gedenkt Opfern der NS-Zeit

Kranzniederlegung am Gedenkstein: Bürgermeister Thomas Prinz und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger erinnerten am 9. November an die Pogromnacht von 1938.

  • Impressionen von der Gedenkfeier in Laatzen, Gleidingen zur Pogromnacht von 1938
  • Impressionen von der Gedenkfeier in Laatzen, Gleidingen zur Pogromnacht von 1938

„Menschen wurden während der Zeit der Nationalsozialisten entmenschlicht, ihnen wurde die Würde genommen“, erinnerte Bürgermeister Thomas Prinz in seiner Gedenkrede zum Jahrestag der Reichpogromnacht. Aus der Geschichte müsse man lernen. Dass ein Volk einem Rattenfänger auf dem Leim ginge, dürfe nie wieder passieren, betonte Prinz. Bei hundert verschiedenen Nationen in Laatzen sei  es wichtig, bereits jungen Menschen beizubringen, die Vielfalt auch als Vorteil für das Zusammenleben zu begreifen. Begleitet wurde Bürgermeister Thomas Prinz von Henry Korman, Holocaust-Überlebender und Zeitzeuge. „Ich fühle mich geehrt, hier zu sein“, so Korman. Gott habe ihm ein neues Leben geschenkt und er könne bis heute nicht verstehen, wie ein Mensch in Deutschland – einem Land mit Kultur – so wirken konnte. Joachim Walter begleitete die Kranzniederlegung am Gedenkstein in Gleidingen in diesem Jahr mit seinem Saxophon.

Was den Menschen im Nationalsozialismus widerfahren sei, passiere vielen Völkern auch jetzt noch, mahnte Künstler und Journalist Matthias Horndasch während seines Konzertes im Anschluss an die Gedenkfeier. Erinnern sei für ihn nicht auf ein Datum beschränkt, sondern müsse jeden Tag geschehen, so Horndasch, der viele Zeitzeugen interviewt und ihre Geschichten festgehalten hat. In seinem Konzert im Gemeindehaus der St. Gertruden Kirchengemeinde hat er Passagen dieser Menschheitsgeschichten in die Gegenwart geholt und mit dem Klavier begleitet.

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