Gedenken an die Pogromnacht

Stadt erinnert an die Pogromnacht

In einer Gedenkfeier erinnerten Stadt und Bürger am Dienstag, 9.11.2010, an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. „Gräueltaten wie diese dürfen nie wieder passieren,“ appellierte Bürgermeister Prinz in seiner Rede.

 

  • Impressionen von der Gedenkfeier in Laatzen, Gleidingen zur Pogromnacht von 1938
  • Impressionen von der Gedenkfeier in Laatzen, Gleidingen zur Pogromnacht von 1938
  • Impressionen von der Gedenkfeier in Laatzen, Gleidingen zur Pogromnacht von 1938

„Wir können noch lange keinen Haken hinter die Vergangenheit setzen“, mahnte Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz in seiner Rede zur jährlichen Kranzniederlegung am jüdischen Gedenkstein in Gleidingen. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, der Autorin Corinna Luedtke und Mary Sofer vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen KdöR erinnerte er an die Zerstörung jüdischer Einrichtungen während der Pogromnacht von 1938. Musiker Joachim Walter begleitete die Veranstaltung mit der Klarinette. „Was damals geschah, ist heute noch aktuell“, so Prinz weiter. „Veranstaltungen wie die heutige helfen dabei, Verantwortung zu zeigen und mahnen, dass Gräueltaten wie diese nie wieder passieren“, so Prinz.

Mary Sofer dankte dem Schülerprojekt: „Die Schülerinnen und Schüler haben den Mut bewiesen, das weiterzugeben, was sie während der Schreibwerkstatt über den Holocaust gelernt haben.“ Um nicht in Vergessenheit zu geraten, könne man die Ereignisse während der NS-Zeit gar nicht oft genug erwähnen, so Sofer.

Im Anschluss präsentierte Corinna Luedtke den neu gestalteten Elektro-Schaltkasten in der Nähe des Gedenksteins. Der ursprünglich graue Kasten trägt ab sofort die israelische Botschaft „schalom chaver“ und ist Sinnbild für eine gemeinsame Erinnerungskultur, Freude, Wohlergehen und ein Nebeneinander von Gegensätzen. Luedtke hatte dem Schaltkasten auf Bitten der Stadt ein neues Design verpasst. Jürgen Vollmer, Leiter der Künstlergruppe Akzente, unterstützte sie bei den Vorbereitungen.

Zeitnahzeuge Heinz Samuel sprach im Gemeindehaus der St. Gertruden Kirchengemeinde über das Schicksal seiner jüdischen Vorfahren während der Zeit der Nationalsozialisten. Seit etwa 25 Jahren recherchiert der Neustädter a. Rbg. die Stationen seiner Familie, die geprägt waren von Ausgrenzung, Gefängnis bis hin zur Deportation und dem Transport ins Konzentrationslager. Allein sein Vater überlebte die Zeit in den Konzentrationslagern Buchenwald und Natzweiler. „Mit der Geschichte Ihrer Familie erwecken Sie die Vergangenheit zum Leben und mit ihr Gefühle, die das Ausmaß der Verbrechen erfahrbar machen,“ so Prinz am Ende des Abends.

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